Das Wichtigste im Blick
- Die Zusammenveranlagung senkt die Steuerlast durch das Ehegattensplitting bei großen Einkommensunterschieden enorm.
- Die Wahl der Steuerklassen 3 und 5 bringt mehr monatliches Netto, erfordert aber eine Abgabepflicht.
- Der gemeinsame Grundfreibetrag verdoppelt sich nach der Hochzeit auf 24.696 Euro für das Steuerjahr 2026.
Wie funktioniert das Ehegattensplitting bei der Zusammenveranlagung?
Das Ehegattensplitting ist ein steuerliches Berechnungsverfahren, das die Einkünfte beider Partner addiert und anschließend halbiert. Für diese Hälfte berechnet das Finanzamt die Einkommensteuer und verdoppelt den Betrag am Ende wieder. Dieses Modell dämpft die Steuerprogression und führt bei ungleichem Einkommen zu einer deutlich niedrigeren Gesamtsteuerlast.
Durch dieses Verfahren betrachtet der Staat euch als eine wirtschaftliche Einheit. Beide Partner profitieren gleichermaßen von Freibeträgen, selbst wenn einer von beiden gar kein Einkommen hat.
Beispiel: Ein Partner verdient 80.000 Euro im Jahr, der andere kümmert sich um die Kinder und hat kein Einkommen. Durch das Splittingverfahren zahlt das Paar wesentlich weniger Steuern, als wenn der Alleinverdiener sein Gehalt regulär nach dem Grundtarif versteuern müsste.
Welche Steuerklassenkombination ist die beste für Ehepaare?
Die optimale Steuerklasse hängt von der genauen Einkommensverteilung ab und bestimmt lediglich die monatlichen Abzüge. Standardmäßig erhalten beide Partner die Steuerklasse vier, was bei ähnlichen Gehältern sinnvoll ist. Bei starken Einkommensunterschieden erhöht die Kombination drei und fünf das monatliche Nettoeinkommen, führt aber oft zu Steuernachzahlungen.
Die finale Jahressteuerlast bleibt unabhängig von der gewählten Steuerklasse immer gleich. Das Finanzamt gleicht zu viel oder zu wenig gezahlte Steuern mit dem Steuerbescheid aus. Um das Maximum herauszuholen und Nachzahlungen sicher zu berechnen, empfiehlt sich die Nutzung von WISO Steuer für die gemeinsame Abrechnung.
Beispiel: Wenn ihr euch für das Faktorverfahren in der Steuerklasse 4 entscheidet, berechnet das Finanzamt eure voraussichtliche Steuerschuld vorab und verteilt diese exakt auf eure individuellen Einkommensanteile.
Wann ist die Einzelveranlagung für Verheiratete die bessere Wahl?
Die Einzelveranlagung ist für Ehepaare in der Regel nur dann finanziell vorteilhaft, wenn ein Partner hohe Lohnersatzleistungen wie Elterngeld oder Kurzarbeitergeld bezieht. Auch bei hohen Verlusten eines Partners oder außergewöhnlichen Belastungen kann die getrennte Veranlagung zu einer geringeren steuerlichen Gesamtbelastung führen.
Bei der Einzelveranlagung gibt jeder Partner eine eigene Steuererklärung ab und wird nach dem Grundtarif besteuert. Das Finanzamt prüft auf Antrag automatisch, welche Variante für euch günstiger ausfällt. Um diese Entscheidung nicht dem Zufall zu überlassen, zeigt euch WISO Steuer mit der sogenannten Günstigerprüfung sofort die beste Option an.
Welche Kosten können Ehepaare gemeinsam absetzen?
Bei der Zusammenveranlagung werden Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und haushaltsnahe Dienstleistungen der gesamten Partnerschaft als gemeinsamer Abzugsbetrag betrachtet. Beide Partner können ihre individuellen Werbungskosten für den jeweiligen Beruf geltend machen, wobei der gemeinsame Pauschbetrag oder die tatsächlich nachgewiesenen Ausgaben die Steuerlast mindern.
Spendenbescheinigungen oder Handwerkerrechnungen müssen nicht mühsam aufgeteilt werden. Das Finanzamt zieht diese Kosten einfach vom gemeinsamen Gesamteinkommen ab. Lediglich bei den Werbungskosten, wie der Pendlerpauschale, erfolgt die strenge Zuordnung zum jeweiligen Arbeitnehmer.