Bis wann musst du die Steuererklärung einreichen?
Die jährliche Steuererklärung ist für viele eine lästige Pflicht, doch wer die Deadlines kennt, spart sich Stress und bares Geld. Dieser Artikel zeigt dir genau,…
Zum ArtikelVeröffentlicht am 30.06.2026
Aktualisiert am 30.06.2026
Wenn du deinen Job verlierst und eine Abfindung erhältst, stellt sich schnell die Frage nach der korrekten Versteuerung. Seit einer Gesetzesänderung im Jahr 2025 behält der Arbeitgeber zunächst die volle Lohnsteuer auf deine Abfindung ein. Dieser Artikel zeigt dir, wie du dir über die Steuererklärung dein Geld zurückholst und welche Steuervorteile du nutzen kannst.
Eine Abfindung zählt steuerrechtlich als außerordentliche Einkunft und unterliegt in vollem Umfang der regulären Einkommensteuer. Da sie zusammen mit deinem normalen Gehalt ausgezahlt wird, führt dies häufig zu einer extremen Steuerbelastung durch die Steuerprogression. Sozialversicherungsbeiträge fallen auf eine echte Abfindung hingegen nicht an.
Seit dem Jahr 2025 gibt es eine wichtige Änderung: Der Arbeitgeber darf die steuermindernde Fünftelregelung nicht mehr direkt bei der Gehaltsabrechnung anwenden. Er behält zunächst die volle Lohnsteuer ein und überweist dir ein entsprechend niedrigeres Netto. Um nicht auf diesen hohen Kosten sitzen zu bleiben, ist die Abgabe einer Steuererklärung nun der einzige Weg, um dir zu viel gezahlte Steuern vom Finanzamt erstatten zu lassen.
Die Fünftelregelung ist ein steuerliches Berechnungsverfahren, um die hohe Einmalbelastung durch eine Entschädigungszahlung spürbar abzumildern. Dabei wird die Abfindung vom Finanzamt rechnerisch auf fünf Jahre verteilt, wodurch der persönliche Steuersatz im Auszahlungsjahr deutlich weniger stark ansteigt. Dieses Vorgehen bricht die Steuerprogression und schont deine Finanzen.
Damit das Finanzamt diese Regelung anwendet, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Die wichtigste Bedingung ist die sogenannte Zusammenballung von Einkünften. Das bedeutet, dass du im Jahr der Auszahlung inklusive der Abfindung insgesamt mehr Geld verdienst, als du ohne die Kündigung bei normaler Weiterbeschäftigung verdient hättest.
| Kriterium | Bedingung |
|---|---|
| Entschädigung | Die Zahlung erfolgt wegen eines vom Arbeitgeber veranlassten Verlusts des Arbeitsplatzes |
| Zusammenballung | Deine Einkünfte im Auszahlungsjahr sind höher als die wegfallenden regulären Einkünfte |
| Auszahlung | Die Abfindung wird grundsätzlich in einer Summe innerhalb eines Kalenderjahres ausgezahlt |
Beispiel: Du verdienst regulär 40.000 Euro im Jahr und erhältst nach einer Kündigung eine Abfindung von 60.000 Euro. Da deine Gesamteinkünfte von 100.000 Euro deutlich über deinem normalen Jahresgehalt liegen, liegt eine Zusammenballung vor und das Finanzamt wendet die Fünftelregelung an.
Die gezahlte Abfindung trägst du in deiner jährlichen Einkommensteuererklärung in der Anlage N für Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit ein. Die genauen Beträge entnimmst du deiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung, auf der die Entschädigung sowie die bereits einbehaltene Lohnsteuer separat von deinem normalen Arbeitslohn ausgewiesen sind.
Um die Fünftelregelung zu nutzen, trägst du die Werte als ermäßigt besteuerte Entschädigung ein. Die Erfassung all dieser steuerlichen Daten kann mitunter fehleranfällig sein. Eine smarte Steuersoftware hilft dir dabei, alle Angaben fehlerfrei zu übermitteln, da sie die elektronische Lohnsteuerbescheinigung oft automatisch abruft.
Ja, eine Abfindung unterliegt immer der Einkommensteuer. Steuerfreibeträge für Abfindungen wegen Jobverlust gibt es seit vielen Jahren nicht mehr.
Nein, eine echte Abfindung wegen Verlust des Arbeitsplatzes ist sozialversicherungsfrei. Du zahlst darauf weder Kranken- noch Rentenversicherungsbeiträge, es sei denn, du bist freiwillig gesetzlich krankenversichert.
Seit 2025 darf der Arbeitgeber die Fünftelregelung nicht mehr über die Lohnabrechnung anwenden. Du musst dir den Steuervorteil zwingend nachträglich über deine Einkommensteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.
Eine Zusammenballung liegt vor, wenn du im Jahr der Abfindung insgesamt mehr verdienst, als du ohne Kündigung verdient hättest. Dies ist die zwingende Voraussetzung, damit das Finanzamt die Fünftelregelung gewährt.
In den allermeisten Fällen ist die Abgabe einer Steuererklärung nach Erhalt einer Abfindung sehr lukrativ. Oft behält der Arbeitgeber zunächst zu viel Lohnsteuer ein, die du dir durch die Fünftelregelung vom Finanzamt erstatten lassen kannst.
Die jährliche Steuererklärung ist für viele eine lästige Pflicht, doch wer die Deadlines kennt, spart sich Stress und bares Geld. Dieser Artikel zeigt dir genau,…
Zum ArtikelWenn Du überraschend Vermögen erbst, stellst Du Dir sicher schnell die Frage nach den Steuern. Eine Erbschaft beeinflusst Deine Finanzen erheblich, wird aber steuerlich in…
Zum ArtikelViele Arbeitnehmer sind unsicher, ob ihr 603-Euro-Job steuerfrei ist oder dem Finanzamt gemeldet werden muss. Dieser Artikel erklärt dir genau, wann du deinen Minijob in…
Zum Artikel